Wie die Kommunale Wärmeplanung zukünftig das Heizen verändert
10.02.2026

10.02.2026
Rund 100 Bürgerinnen und Bürger sind in der vergangenen Woche der Einladung der Stadt Wermelskirchen gefolgt, um sich im Bürgerzentrum über den aktuellen Stand der Kommunalen Wärmeplanung (KWP) zu informieren und Fragen zu stellen. Im Mittelpunkt der Kommunalen Wärmeplanung steht das Ziel, frühzeitig Klarheit darüber zu schaffen, wie Häuser in Zukunft verlässlich, bezahlbar und klimafreundlich beheizt werden können. Die Wärmeplanung bildet dafür die sachliche Grundlage, zeigt den aktuellen Stand auf und macht deutlich, welche Optionen für Wermelskirchen realistisch sind.
Die nahezu abgeschlossene Bestands- und Potenzialanalyse stellt zwar noch keinen fertigen Plan dar, ist jedoch ein wichtiger Zwischenschritt. Für das zweite Quartal 2026 planen die Städte Wermelskirchen, Hückeswagen und Wipperfürth weitere größere Veranstaltungen mit Messecharakter, bei denen sich die Bürgerinnen und Bürger noch konkreter und individueller informieren können.
Fachliche Einblicke in Analyse und zukünftige Entwicklung
Bei der Veranstaltung im Bürgerzentrum stellten Dr.-Ing. Christian Möller (BMU Energy Consulting, Wuppertal) und Christopher Kanski, Abteilungsleiter Netzmanagement/Technischer Service der BEW Bergische Energie- und Wasser-GmbH, die Analyseergebnisse vor.
Dr. Möller betonte, dass die Kommunale Wärmeplanung „keine unmittelbare Verpflichtung für einzelne Haushalte bedeutet, sondern einen Orientierungsrahmen für langfristige Investitionen bietet.“ Die rechtliche Grundlage bilden das Wärmeplanungsgesetz (WPG) des Bundes sowie das Landeswärmeplanungsgesetz NRW. Beide verpflichten die Kommunen, bis zum 1. Juli 2028 eine vollständige Wärmeplanung vorzulegen.
Zentrale Befunde für Wermelskirchen
Die wichtigsten Fakten für Wermelskirchen: Von den insgesamt 9.051 beheizten Gebäuden in der Stadt sind 6.975 Einfamilienhäuser. Dazu kommen 748 Reihenhäuser, 495 Mehrfamilienhäuser, 426 große Mehrfamilienhäuser sowie 407 Nicht-Wohngebäude. 135 Gebäude sind Baudenkmäler.
Aktuell basiert die Wärmeversorgung zu 90,1 Prozent auf Erdgas und Heizöl. Erneuerbare Energien – etwa strombasierte Heizsysteme und Biomasse – decken 9,9 Prozent ab.
Viele Heizungsanlagen sind bereits älter: 38 Prozent überschreiten die 20‑Jahres-Marke. Die anwesenden Schornsteinfeger bestätigten, dass niemand kurzfristig handeln müsse, erinnerten jedoch daran, dass fossile Heizungen bis spätestens 2045 betrieben werden dürfen. „Für Fragen zu dem Thema stehen auch gerne die örtlichen Schornsteinfeger und das lokale Handwerk wie auch die BEW zur Verfügung. „Wir kennen Ihre Gebäude und können einschätzen, welche Technik sinnvoll ist.“
Ausblick: Wärmepumpen, Wärmenetze und Netzausbau
Nach Einschätzung der BMU wird künftig ein großer Teil der Gebäude mit Wärmepumpen beheizt werden. Gleichzeitig wird geprüft, ob ein Wärmenetz – insbesondere unter Einbeziehung öffentlicher Gebäude – wirtschaftlich machbar ist. „Durch den durch die Bundesregierung beschlossenen Ausstieg aus fossilen Energieträgern bis 2045 wird das Gasnetz vermutlich stark an Bedeutung verlieren. Im gleichen Maße wird das Stromnetz aufgrund des Zubaus erneuerbarer Energien sowie der starken Zunahme strombasierter Heizungssysteme an Bedeutung gewinnen und weiter ausgebaut“, so Christopher Kanski.
Weiteres Vorgehen
Für das zweite Quartal 2026 planen die Städte Hückeswagen, Wermelskirchen und Wipperfürth größere Infoveranstaltungen mit Messecharakter. Dort können sich Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit Fachleuten und dem örtlichen Handwerk über individuelle Lösungen beraten.Der 62‑seitige Zwischenbericht zur Kommunalen Wärmeplanung steht auf der Website der Stadt Wermelskirchen zur Verfügung:
https://www.wermelskirchen.de/umwelt-bauen/umwelt-klima/kommunale-waermeplanung
Energiestammtisch als zusätzliches Forum
Ein weiteres Informationsangebot bietet der im Dezember gestartete Energiestammtisch. Ralf Rauchel, Henning Bever und Kai Haas haben ihn gegründet, um den Austausch über erneuerbare Energien zu fördern. Im Mittelpunkt steht, welche Lösungen im privaten Bereich machbar und sinnvoll sind. Der nächste Termin findet am Dienstag, 17. Februar, um 19 Uhr im Vereinshaus.
Alle Informationen zum Thema finden Sie auf den Homepages der Städte:
www.hueckeswagen.de/waermeplanung
www.wermelskirchen.de/umwelt-bauen/umwelt-klima/kommunale-waermeplanung
www.wipperfuerth.de/wirtschaft-wohnen/klimaschutz/kommunale-waermeplanung