WIPPERFÜRTH. Rund und 50 Online-Teilnehmer und 80 Bürgerinnen und Bürger sind am gestrigen Donnerstag der Einladung der Hansestadt Wipperfürth in die Alte Drahtzieherei gefolgt, um sich über den aktuellen Stand der Kommunalen Wärmeplanung (KWP) zu informieren und Fragen zu stellen. Die Veranstaltung bildete den Auftakt von Informationsabenden, die auch in Hückeswagen und Wermelskirchen stattfinden.  Fachliche Einblicke in Analyse und zukünftige Entwicklungen 
Inhaltlich wurde die Veranstaltung von Dr.-Ing. Tobias Müller (BMU Energy Consulting, Wuppertal) sowie Christopher Kanski, Abteilungsleiter Netzmanagement/Technischer Service der BEW Bergische Energie- und Wasser-GmbH, gestaltet. Sie stellten die nahezu abgeschlossene Bestands- und Potenzialanalyse für Wipperfürth vor, die Grundlage dafür ist, wie die Wärmeversorgung bis 2045 treibhausgasneutral gestaltet werden kann. 
Die Analyse umfasst unter anderem: 

  • 5678 beheizte Gebäude im Stadtgebiet
    - davon 81 % Einfamilienhäuser
    - Wärme aus Erneuerbare Energien derzeit bei rund 10 %
    - großes Potenzial für Solarthermie und Photovoltaik, Flächenkonkurrenz
    - Untersuchungsbedarf beim Biogaspotenzial aus der Landwirtschaft
    - Mögliches Fernwärmepotenzial im Innenstadtbereich

Wie Christopher Kanski erläuterte, rechnet die BEW langfristig damit, dass ein Großteil der Gebäude in Wipperfürth künftig über Wärmepumpen beheizt wird. Auch die wirtschaftliche Machbarkeit eines Wärmenetzes unter Einbeziehung der öffentlichen Liegenschaften soll geprüft werden. Parallel plant der Energieversorger Investitionen in das Stromnetz, um den steigenden Bedarf zu decken. Diese Maßnahmen sollen, wo immer möglich, mit dem laufenden Glasfaserausbau kombiniert werden.  

Intensive Diskussion mit Bürgerinnen und Bürgern 
Im Anschluss an die Vorträge entwickelte sich eine rege Diskussion. Besonders engagiert beteiligten sich Haus- und Gebäudeeigentümer, Landwirte sowie Vertreter des Klimabündnis Oberberg.  Thematisiert wurden unter anderem die zukünftige Rolle des Energieträgers Erdgas, die Wirtschaftlichkeit von Wärmepumpen, die möglichen Auswirkungen des Wärmeplanungsgesetzes, Handlungsspielräume für Eigentümerinnen und Eigentümer und Chancen und Grenzen von Biogas und Wärmenetzen.  Dr. Müller betonte, dass die Kommunale Wärmeplanung keine unmittelbaren Verpflichtungen für einzelne Haushalte erzeugt, sondern einen Orientierungsrahmen für langfristige Investitionen bietet. Die rechtlichen Grundlagen bilden das Wärmeplanungsgesetz (WPG) des Bundes sowie das Landeswärmeplanungsgesetz NRW. Die Kommunen müssen bis 1. Juli 2028 eine Wärmeplanung vorlegen.  

Weitere Veranstaltungen 
Die Städte Wipperfürth, Hückeswagen und Wermelskirchen setzen die Wärmeplanung gemeinsam mit der BEW und BMU Energy Consulting interkommunal um. Die Bürgerveranstaltungen werden fortgesetzt:  

  • 2. Februar 2026, 17 Uhr – Forum, Hückeswagen
  • 5. Februar 2026, 17 Uhr – Bürgerzentrum, Wermelskirchen 

Für das zweite Quartal 2026 planen die Städte zudem eine größere Veranstaltung mit Messecharakter. Dabei sollen die Ergebnisse der Wärmeplanung vorgestellt werden. Gleichzeitig sollen sich Bürgerinnen und Bürger direkt mit Fachleuten und dem örtlichen Handwerk zur individuellen Lösung für ihr eigenes Gebäude austauschen können. Der Zwischenbericht zur Kommunalen Wärmeplanung mit 62 Seiten ist bereits auf der Homepage der Stadt Wipperfürth abrufbar. 

Aktuelle Informationen finden Sie auf den Homepages der Städte: 
www.hueckeswagen.de/waermeplanung  
www.wermelskirchen.de/umwelt-bauen/umwelt-klima/kommunale-waermeplanung 
www.wipperfuerth.de/wirtschaft-wohnen/klimaschutz/kommunale-waermeplanung 

Foto: Dr. Ing. Tobias Müller, Christopher Kanski (BEW), Anne Loth (Bürgermeisterin Hansestadt Wf) – Quelle: Sonja Gerrath/BEW