Kommunale Wärmeplanung: Ergebnisse liegen vor
19.06.2026

19.06.2026
Die Städte Hückeswagen, Wermelskirchen und Wipperfürth schließen ihre Kommunalen Wärmeplanungen in Kürze ab. Die in interkommunaler Zusammenarbeit erarbeiteten Zielszenarien und Maßnahmen für eine zukünftige Wärmeversorgung wurden inzwischen den politischen Gremien in den drei Städten vorgestellt.
Im Ergebnis zeigt sich, dass die Wärmeversorgung im Bergischen künftig überwiegend dezentral organisiert sein wird. Eine wesentliche Rolle spielen dabei Luft-Wasser- und Sole-Wasser-Wärmepumpen. Ergänzend sind in verdichteten innerstädtischen Bereichen punktuell auch zentrale Wärmenetze oder Grüngaslösungen denkbar. Für ausgewählte Gewerbe- und Industriegebiete sind zudem weitere Versorgungsoptionen wie z. B. Wasserstoff denkbar.
Der Abschlussbericht zur Kommunalen Wärmeplanung wird derzeit final ausgearbeitet und soll im Juli 2026 vorliegen. Neben der Darstellung möglicher Versorgungsszenarien werden im Abschlussbericht Maßnahmen festgelegt, die aufbauend auf die Ergebnisse der Kommunalen Wärmeplanung in den einzelnen Kommunen angegangen werden sollen. Hier ist durch BEW und BEW Netze unter anderem zu prüfen, wie die Strom- und Gasnetze in den kommenden Jahren sinnvoll entwickelt werden. Auch Machbarkeitsstudien zu möglichen Wärmenetzlösungen sind Bestandteil der Maßnahmenpläne.
Um die Ergebnisse der Öffentlichkeit vorzustellen und den direkten Austausch zu ermöglichen, laden die drei Städte gemeinsam zu Bürgerveranstaltungen ein:
29. Juni 2026 – Alte Drahtzieherei, Wipperfürth
30. Juni 2026 – Bürgerzentrum, Wermelskirchen
6. Juli 2026 – Forum, Hückeswagen
Einlass ist jeweils ab 17:30 Uhr
Die Veranstaltungen sind als offenes Messeformat angelegt. Besucherinnen und Besucher haben die Möglichkeit, sich an verschiedenen Stationen zu informieren und individuell beraten zu lassen. Bürger haben außerdem die Gelegenheit zum ausführlichen Austausch mit dem Planungsbüro BMU Energy Consulting GmbH, das die Wärmeplanung in Zusammenarbeit mit der BEW erarbeitet hat, den beteiligten Kommunen sowie weiteren Akteuren. Der Eintritt zu der Veranstaltung ist kostenfrei.
Bürgermeisterin und Bürgermeister zur Kommunalen Wärmeplanung
„Mit der kommunalen Wärmeplanung haben wir eine wichtige Grundlage geschaffen, um die zukünftige Wärmeversorgung vor Ort gezielt weiterzuentwickeln. Gleichzeitig erhalten Bürgerinnen und Bürger eine erste Orientierung für anstehende Entscheidungen“, so Anne Loth, Bürgermeisterin der Hansestadt Wipperfürth. „Die Ergebnisse zeigen, dass es keine einheitliche Lösung geben wird. Entscheidend ist, für unterschiedliche Siedlungsstrukturen passende und wirtschaftliche Wege aufzuzeigen“, so Bernd Hibst, Bürgermeister der Stadt Wermelskirchen. Mario Moritz, Bürgermeister der Schloss-Stadt ergänzt: „Uns ist wichtig, die Menschen frühzeitig mitzunehmen. Die Bürgerveranstaltungen bieten die Gelegenheit, sich konkret zu informieren und individuelle Fragen zu klären.“
Stadtentwicklung und Stadtplanung zur Kommunalen Wärmeplanung
„Mit der Kommunalen Wärmeplanung für Wipperfürth wird eine langfristige Versorgungssicherheit unter Berücksichtigung der Klimaschutzziele angestrebt. Dabei sind die besonderen siedlungsstrukturellen Gegebenheiten der Stadt zu berücksichtigen. Hervorzuheben sind insbesondere die kleinteilige und teilweise ländlich geprägte Siedlungsstruktur sowie die unterschiedlichen Anforderungen von Kernstadt und Außenbereichen. Ein wesentlicher Bestandteil der Wärmeplanung ist die Identifikation und Nutzung lokaler Energiepotenziale. Für Wipperfürth sind hierbei insbesondere die Möglichkeiten der energetischen Nutzung von Biogas sowie weiterer regional verfügbarer erneuerbarer Energieträger zu prüfen. Ziel ist es, eine wirtschaftlich tragfähige, klimafreundliche und zukunftssichere Wärmeversorgung für die Bürgerinnen und Bürger sowie die ansässigen Unternehmen zu schaffen,“ so Kamila Lebert (Fachbereich II Stadtentwicklung/Stadtplanung der Hansestadt Wipperfürth. „Die kommunale Wärmeplanung in Hückeswagen erlaubt einen Blick auf die aktuelle Struktur, mit der geheizt wird, und davon ausgehend zeigt sie Wege auf, wie die Zukunft des Heizens aussehen kann. Sie erlaubt eine strategische Ausrichtung auf klimaneutrale Möglichkeiten zur Wärmeversorgung, um effizientes Heizen zu ermöglichen und das Ziel der Klimaneutralität mit einer schrittweisen Transformation zu erreichen. Eine Besonderheit ist in Hückeswagen sicherlich die dicht bebaute Altstadt, deren bauliche Struktur die Nutzung von Wärmepumpen erschwert. Hier liegt der Fokus auf der Frage, ob ein Wärmenetz in Zukunft genutzt werden kann,“ so Daniel Schmiedners (Fachbereich III Ordnung und Bauen der Schloss-Stadt Hückeswagen. „Aus städteplanerischer Sicht ist die Kommunale Wärmeplanung ein wichtiger Baustein für die zukünftige Wärmeversorgung in Wermelskirchen. Mit den drei Ortsteilen Wermelskirchen, Dabringhausen und Dhünn sowie den zahlreichen Außenortschaften bringt unsere Stadt sehr unterschiedliche Voraussetzungen mit. Während insbesondere in der Innenstadt Potenziale für eine gemeinsame Wärmeversorgung bestehen und perspektivisch auch im Gewerbegebiet Möglichkeiten gesehen werden, sind in den ländlicher geprägten Bereichen eher dezentrale Lösungen gefragt. Die Wärmeplanung hilft dabei, diese Unterschiede frühzeitig zu erkennen und passende Lösungen für die verschiedenen Bereiche zu entwickeln“, so Bianca Wowra (Amt für Stadtentwicklung Sachgebiet Stadtplanung der Stadt Wermelskirchen. „Mit Abschluss der Wärmeplanung ist ein erster wichtiger Meilenstein für die Weiterentwicklung der Energieinfrastruktur in der Region erreicht. Jetzt gilt es für alle Akteure, die sich aus der Wärmeplanung ergebenden Maßnahmenpläne abzuarbeiten und die technisch und wirtschaftlich sinnvollsten Lösungen für die Städte zu finden. “, sagt Jens Langner, Geschäftsführer der BEW.
Weitere Informationen
Aktuelle Informationen finden sich auf den Homepages der Städte:
www.hueckeswagen.de/waermeplanung
www.wermelskirchen.de/umwelt-bauen/umwelt-klima/kommunale-waermeplanung
www.wipperfuerth.de/wirtschaft-wohnen/klimaschutz/kommunale-waermeplanung